Im Einsatz für den Menschen

 

 

 

Die Rottweilerhündin Kioma von der Blockhütte im Einsatz als Therapiehund 

 
Sabine Schnaderbeck aus Kirchberg/Österreich bildete erfolgreich ihre Rottweilerhündin Kioma im Österreichischen Verein für Deutsche Schäferhunde zum Therapiehund aus. 


Ihren Ursprung hat dieser Ausbildungsbereich in den USA, von dort ist er dann über die Schweiz auch von unserem Nachbarland Österreich aufgenommen worden.
 
Eine intensive Schulung von Mensch und Hund hinsichtlich eines zukünftiges Einsatzes in Alten- und Pflegeheimen, in Schulen und Kindergärten, sowie in Krankenhäusern und Pflegestationen mit Behinderten und pflegebedürftigen Mitmenschen ist die Basis dieser sensiblen Art von Ausbildung.
 
Seit langem ist der Wert des Hundes als Sozialpartner für den Menschen hinlänglich bekannt. Ein ausgebildeter Therapiehund kann in vielen Fällen diesen Wert den Menschen näher bringen, die ansonsten keine Möglichkeit haben, mit einem Hund näher in Kontakt zu treten. Diese Kontakte haben gerade für viele hilfsbedürftige Menschen einen unschätzbaren positiven emotionalen Effekt, der nicht nur stressabbauend und blutdrucksenkend wirken kann, sondern darüber hinaus auch die allgemeine physische Befindlichkeit des Patienten verbessern kann.


Bevor ein ausgebildeter Therapiehund zum Einsatz kommt, muss der Einsatzort und die Eignung sorgfältig abgeklärt werden. Bei einem speziell geschulten Mensch/Hund Team kann es auch zu einer direkten Zusammenarbeit mit Ergo-, Physio- oder Sprachtherapeuten, Ärzten und Psychiatern kommen.
In den USA kann man auf eine langjährige Erfahrung mit Therapiehunden zurückblicken, die einerseits als Besuchshunde in diversen Institutionen im Einsatz sind, andererseits z.B. in Krankenhäusern aktiv am Heilungsprozess von Patienten mit Kopftraumen, Rückenmarksverletzungen, Amputationen, Schlaganfällen, neuromuskulären Problemen oder orthopädischen Schädigungen mitarbeiten.


Als Voraussetzung für die spätere Eignung als Therapiehund ist die Rasse und Herkunft des Hundes nicht maßgeblich, es muss sich nur um einen menschenbezogenen, wesensfesten und ruhigen Hund handeln, der absolut klar im Kopf ist. Notorische Kläffer oder Raufer, überängstliche und nervöse Hunde sind natürlich für solch eine Ausbildung nicht geeignet. 


Im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Ausbildungen, bei denen der Hund jeweils bestimmte Aufgaben zu erfüllen hat, hat der Therapiehund nicht unbedingt eine konkrete Aufgabe zu erfüllen, sondern in erster Linie mit unendlich viel Geduld die Nähe eines anderen Menschen zu dulden.


Während der gesamten Zeit der Ausbildung wird der angehende Therapiehund mit allem Möglichen vertraut gemacht, was ihm später einmal während eines Einsatzes begegnen kann. Rollstühle, Gehgestelle, Krücken sollten ebenso zum Umfeld gehören wie glatte Böden oder laut zugeschlagene Türen. An schreiende Patienten muss er ebenso gewöhnt sein wie an Menschen in ungewöhnlicher Kleidung oder auch Menschen mit für ihn ungewohnten Bewegungsabläufen. Ein Therapiehund muss sich jederzeit überall am Körper von fremden Menschen berühren lassen, auch einmal unsanft oder ungeschickt.
Er muss sich von fremden Menschen ohne zu ziehen an der Leine führen lassen, dabei auch z.B. mit diesem Menschen langsam Treppen rauf und runter gehen können. Bekommt er von dem fremden Menschen ein Leckerli, so hat er dieses manierlich entgegenzunehmen. Gegenüber anderen Hunden muss er selbstverständlich absolut neutral sein.

Sabine Schnaderbeck hatte sich anfangs gar nicht mit dem Gedanken auseinandergesetzt, ihren nächsten Rottweiler zu einem Therapiehund auszubilden. Auf der Suche nach einem Welpen  kam der Kontakt zu dem Züchter von Kioma, der Familie Räppold, zustande. Im 500km entfernten Kirchberg fand schließlich der kleine Welpe nicht nur sein neues Zuhause, sondern mit einem Rottweilerrüden, 3 Pferden, 4 Minischweinen und 2 Hühnern neue Weggefährten, zu denen er von Anfang an täglich Kontakt hatte.


Sabine selbst leitet in ihrem Hundeverein zusammen mit einer Kollegin die Welpenkurse, natürlich war Kioma von Anfang an mit dabei und erfuhr eine sehr gute Sozialisierung mit anderen Hunden. Zudem war es natürlich wichtig, dass sie von klein auf mit allen möglichen Dingen und Situationen konfrontiert wurde, die ihr in ihrem späteren Leben begegnen könnten. Trotz des 5.000qm grossen Grundstücks ist der tägliche ausgedehnte Spaziergang Pflicht, damit die Hunde auch fremde Gerüche aufnehmen können. Zudem wird häufig dabei auch die Unterordnung trainiert oder eine Fährte ausgearbeitet. 


“Beide Rottweiler leben bei mir im Haus“, so Sabine Schnaderbeck, “eine Zwingerhaltung kommt für mich nicht in Frage. Die beiden liegen am Abend mit mir auf der Couch und schlafen in ihren Körbchen im Schlafzimmer.“


Den Anreiz für eine Ausbildung zum Therapiehund hat Sabine eigentlich durch die freundliche und menschenbezogene Art von Kioma erhalten. Es gibt für sie einfach nichts schöneres, als von Menschen gestreichelt und beschäftigt zu werden. 
Kiomas Auftreten war schon sehr frühzeitig absolut souverän, mit lauten Geräuschen und unkoordinierten Bewegungen hatte sie niemals Probleme. 


“Unsere Einsätze hatten wir bisher in Alters- und Behindertenheimen, sowie in Kindergärten“, stellt Sabine stolz fest, “Es ist immer wieder schön zu sehen, wie die Menschen, die teilweise sogar Angst vor Hunden haben, nach kurzer Zeit auftauen und von sich aus den Kontakt zum Hund suchen und sich freuen, wenn mein Rottweiler sich an sie kuschelt und es genießt, gestreichelt zu werden.“

 
Henrik Bagdassarian
Öffentlichkeitsarbeit ADRK

Allg. Deutscher Rottweiler Klub

 

 

 

 

Frau Schaschko, Mitbewohnerin des Seniorenheimes in Eugendorf: "Ich hatte früher immer Katzen und eigentlich fürchte ich mich vor Hunden, aber Kioma hat so ein freundliches Gesicht und sie ist so eine nette Hündin, vor der habe ich keine Angst"

 

 

   

 

Im Wohnheim der Lebenshilfe in Seekirchen freut sich Gottfried (er leidet an Epilepsie und muß deshalb einen Kopfschutz tragen) über die regelmäßigen Treffen mit seiner Freundin Kioma

 

 

 

 

 

 

Manfred, Kioma und Gottfried

 

 

 

 

 

Für Herrn Aicher, der im Oktober 2008 seinen 100-jährigen Geburtstag feierte, war der Besuch von Kioma jedesmal wieder ein erfreuliches Erlebnis.